Beauftragter wird in RHINOW vorgestellt Politik Anhörung im Amtsausschuss

 

Von Norbert Stein



Die Kreisverwaltung Havelland hat sich entschlossen, für das Amt RHINOW einen Beauftragten einzusetzen. Ein Schritt, der aus breiten Schichten der Bevölkerung, mehreren Gemeindevertretungen und des Amtsausschusses schon seit Wochen gefordert wird.



 

Dieser Beauftragte soll die Verwaltung führen und eine ordnungsgemäße kommunale Arbeit sichern, bis ein neuer Amtsdirektor gewählt ist. Morgenabend wird der Amtsausschuss von der Kommunalaufsicht angehört. Dabei geht es um die beabsichtigte Berufung eines Beauftragten für den Amtsdirektor. Der Amtsausschuss muss dem Einsatz mit einem Beschluss zustimmen, der aber nur noch eine Formsache sein sollte.
Bei der Auswahl der Person hat der Amtsausschuss kein Mitspracherecht. Diese Entscheidung liegt allein bei der Kreisverwaltung. Wer es sein soll, steht offensichtlich schon fest. „Vor der Anhörung werden wir den Namen nicht nennen“, sagt Erik Nagel, Sprecher der Kreisverwaltung. Aber bei der Sitzung soll der zukünftige Beauftragte anwesend sein und im An-schluss an die Anhörung auch vorgestellt werden.
Seit mehr als drei Monaten wird das Ländchen RHINOW von einer politischen Krise regelrecht durchgeschüttelt. Am 30. Oktober hatte der Amtsausschuss mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit beschlossen, Gerd Jendretzky als Amtsdirektor abzuberufen. Zuvor hatte ihm der Amtsausschuss schon verboten, seine Dienstgeschäfte weiter auszuführen und bei der Kommunalaufsicht beantragt, ein Disziplinarverfahren einzuleiten. Jendretzky werden ein unangemessener Umgang mit dem Personal und verschiedene andere Vergehen sowie Führungsschwäche zum Nachteil des Amtes zur Last gelegt. Nach MAZ-Informationen erwägt die Kommunalaufsicht, Jendretzkys Bezüge, die ihm aus seiner 17-jährigen Tätigkeit als Amtsdirektor auch nach der Abwahl zustehen, kürzen zu lassen. Jendretzky hat seinerseits gegen das Disziplinarverfahren und die Abwahl Widerspruch eingelegt.
In der Öffentlichkeit ist es in der Auseinandersetzung von Jendretzky-Befürwortern und Jendretzky-Gegnern etwas ruhiger geworden. Doch der Amtsausschuss ist weiter in zwei Lager gespalten und von einstiger Gemeinsamkeit zum Wohl des Ländchens RHINOW weit entfernt. Unterschiedliche Auffassungen zur kürzlich veränderten Hauptsatzung und eine im Entwurf vorliegende Satzung zu „Einzelheiten der förmlichen Einwohnerbeteiligung“ sind Beispiele dafür.
Nicht klar ist, wer das Amt nach Außen vertreten kann. Zudem ist es in den letzten Monaten immer wieder zu Zerwürfnissen unter den Politikern gekommen. So ist der Einsatz eines Beauftragten der richtige Schritt zu einer ordnenden Hand in der Kommunalpolitik in RHINOW.

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