BUNDESTAG: Krüger-Leißner siegt knapp

SPD-Kandidatin aber mit starken Verlusten / Im Wahlkreis 57 gewinnt Dagmar Ziegler (SPD

Auf ein Neues in vier Jahren. 2450 Stimmen fehlten Uwe Feiler am Ende und die Sensation im Wahlkreis 59 wäre perfekt gewesen.  Im Folgenden finden Sie die Berichte der MAZ vom 28.09.2009.

 

HAVELLAND - Die Schönwalder SPD-Kandidatin Angelika Krüger-Leißner zieht zum vierten Mal in den Bundestag ein. Die 58-Jährige holte gestern Abend im Bundestagswahlkreis 59 (Falkensee, Brieselang, Dallgow-Döberitz, Ketzin, Nauen, Schönwalde-Glien, Wustermark und Oberhavel) erneut das Direktmandat. Als 346 von 353 Wahlbezirken ausgezählt waren, lag sie mit 29,3 Prozent der Erststimmen in Führung.

Für die Kandidatin war es allerdings eine Zitterpartie, denn Uwe Feiler von der CDU blieb ihr lange auf den Fersen. Der Mann aus Havelaue lag kurz vor Ende der Auszählung bei 27,6 Prozent. Der Falkenseer Harald Petzold von der Linkspartei erreichte 24,2 Prozent.

„Ich bin traurig. Mit diesem Erdrutsch habe ich nicht gerechnet“, kommentierte Angelika Krüger-Leißner gestern ihren rapiden Stimmenverlust. Bei der letzten Bundestagswahl 2005 hatte sie im Wahlkreis 59 noch knapp 42 Prozent der Stimmen errungen. Grund zur Freude hatte dagegen Uwe Feiler (43). Als relativ unbekannter Bewerber habe er mit über 27 Prozent „ein tolles Ergebnis eingefahren.“ Er sei zufrieden, auch wenn er es mit Platz sechs auf der Landesliste Brandenburg nicht in den Bundestag geschafft habe. 2005 war Barbara Richstein aus Falkensee für die CDU angetreten und hatte damals 26,5 Prozent geholt.

Ein aus seiner Sicht erfreuliches Ergebnis holte auch Harald Petzold für die Linken. „Wir haben den Vorsprung zur SPD gegenüber 2005 immerhin auf fünf Prozent schrumpfen lassen“, sagte er. Die Linkspartei war damals im Wahlkreis 59 auf knapp 22 Prozent gekommen. Das Bundestagsdirektmandat hat Petzold nur knapp verfehlt. „Ich habe immer gesagt, ich will der SPD das Leben schwer machen“, sagte er. Auch den Einzug über die Landesliste, wo der 47 Jahre alte Petzold an aussichtsreicher Position lag, verpasste der Falkenseer knapp.

Horst-Peter Stein holte für die FDP 7,8 Prozent der Erststimmen. „Das ist ein Ergebnis, mit dem ich leben kann, denn es lag im Rahmen meiner Erwartungen“, sagte Stein nach der Wahl. Der Hennigsdorfer war als Nobody gestartet. Positive Bilanz zog am Abend auch Dietmar Strehl aus Falkensee. Der Bundesschatzmeister der Bündnisgrünen holte für seine Partei 7,2 Prozent. „Es war ein fairer Wahlkampf“, sagte Strehl. Er habe damit gerechnet, dass ihm der Sprung in den Bundestag nicht gelingen werde. Strehl war auch nicht über die Landesliste abgesichert.

In der größten Stadt des Havellandes, in Falkensee, landete die CDU vor der SPD. Uwe Feiler holte 31,2 Prozent der Erststimmen, Angelika Krüger-Leißner 28,3 Prozent und Harald Petzold 18,9 Prozent.

Auch bei den Zweitstimmen war die SPD die Verliererin des Abends. Sie verlor im Wahlkreis 59 mehr als zehn Prozent. CDU, Linke, FDP und Grüne legten leicht zu.

Im Bundestagswahlkreis 57 mit den Ämtern Friesack und Rhinow (Westhavelland) kam Dagmar Ziegler (SPD) auf 32,1 Prozent der Erststimmen, gefolgt von Kirsten Tackmann (Linke) mit 30,8 Prozent und Guido Quadfasel (CDU) mit 21,9 Prozent.

Im Wahlkreis 61 (mit Rathenow) wurde Frank-Walter Steinmeier (SPD) direkt in den Bundestag gewählt. Als 352 von 374 Wahlbezirken ausgezählt waren führte er mit 32,7 Prozent. Die Rathenowerin Diana Golze (Linke) lag mit 28,8 Prozent hinter ihm. Auf dem dritten Platz folgte Andrea Voßhoff (CDU) mit 24,8 Prozent. 



 

DIREKTMANDAT: Kopf-an-Kopf-Rennen von SPD, CDU und Linken

Angelika Krüger-Leißner (SPD) zieht wieder in den Bundestag ein

ORANIENBURG - Schon als gestern um 18.30 Uhr die ersten Wahllokale im Bundestagswahlkreis 59 (Oberhavel und Havelland II) ausgezählt waren, zeichnete sich ein Dreikampf zwischen SPD, Linken und CDU ab. Das Wahllokal in Kreuzbruch meldete als erstes das Auszählungsergebnis. Die Ergebnisse liefen im Oranienburger Landratsamt zusammen. Dort waren in der Wahlnacht mehr als 300 Mitarbeiter im Einsatz, auch wegen der weiter gestiegenen Zahl der Briefwähler.

Um 23.30 Uhr waren dann 346 von 353 Wahlbezirken für den Bundestagswahlkreis 59 (Oberhavel und westliches Havelland mit Falkensee und Nauen) ausgezählt: Angelika Krüger-Leißner (SPD, Schönwalde-Glien) gewinnt mit 29,3 Prozent erneut das Bundestagsdirektmandat knapp vor Uwe Feiler (CDU, Havelaue) mit 27,6 Prozent und vor Harald Petzold (Linke, Falkensee) mit 24,2 Prozent.

Krüger-Leißner, die das Direktmandat bereits zum vierten Mal gewonnen hat, war gestern Abend bei der „Wahlparty“ der SPD in der Oranienburger Turmcity nicht zum Lachen zumute. 2005 hatte sie das Mandat mit 41,9 Prozent geholt. Krüger-Leißner: Die Verluste der SPD seien erdrutschartig. „Das ist eine richtige Quittung des Wählers, der nicht honoriert hat, was wir in der Großen Koalition geschafft haben.“ Mit Schwarz-Gelb werde das nun im Bund „knallhart“. Krüger-Leißner: „Ich werde mich zum ersten Mal darin üben, in Berlin eine gute Oppositionspolitikerin zu sein.“ Uwe Feiler steckte sich gestern auf der CDU-Wahlparty in Kremmen eine Zigarre an. „Mit dem geringen Abstand zu Krüger-Leißner ist das für mich aus dem Stand heraus ein tolles Ergebnis.“ Es sei ein sehr guter Wahlkampf mit viel Unterstützung aus den CDU-Verbänden von Fürstenberg bis Ketzin gewesen. Schwarz-Gelb in Berlin sei seine Wunschpaarung. Feiler: „Ich werde jetzt in den kommenden vier Jahren daran arbeiten, hier noch bekannter zu werden.“

Hochstimmung auch bei Harald Petzold von der Linkspartei. Mit so einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit den anderen Kandidaten sei nicht zu rechnen gewesen. „Ich freue mich, der Vorsprung der SPD ist weiter geschrumpft, und die Nazis sind aus dem Potsdamer Landtag raus.“ Schwarz-Gelb im Bund bleibe allerdings ein echter Wermutstropfen. Petzold hat übrigens über den Landeslistenplatz 6 seiner Partei gestern den Einzug in den Bundestag ganz knapp verpasst (Stand 23.30 Uhr).

Die SPD bleibt im hiesigen Bundestagswahlkreis mit 25,7 Prozent die stärkste Partei, verlor jedoch 10,4 Prozent gegenüber der Bundestagswahl 2005. Zweitstärkste Partei ist die CDU vor der Linken. Die FDP legte ebenfalls zu, genauso wie die Bündnisgrünen. Die NPD bekam im Bundestagswahlkreis 2,5 Prozent. Die Piratenpartei holte aus dem Stand 2,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,3 Prozent, 2005 bei 76,7 Prozent.

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