Bahn soll Takt halten

VBB-Verantwortlicher beim CDU-Stammtisch in Brieselang/Nahverkehr auf der Hamburger Bahn: Kurzfristig besser, mittelfristig problematisch und langfristig Erweiterung unklar

(Foto: privat)
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Die Bahn (DB Regio) wird den kritisierten unregelmäßigen Takt der Linien RB 10 und 14 von Nauen nach Berlin zurück nehmen. Dies kündigte Hans Leister, Bereichsleiter Nahverkehr beim Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) am Sonntag in Brieselang an. Leister war Gast beim Stammtisch der örtlichen CDU. Zu dem Gespräch gekommen waren Interessierte aus Brieselang, Finkenkrug, Dallgow-Döberitz und Schönwalde-Glien.

Mit dem letzten Fahrplanwechsel im Dezember 2012 hatte die Bahn den Halbstunden-Takt von und nach Nauen aufgegeben. Seitdem pendeln die Züge etwa im 43/17-Minuten-Abstand. Dieser Fahrplan hatte bei den Berufspendlern zu großen Verärgerungen geführt. Brieselangs Gemeindevertretung verabschiedete eine Resolution, Pendlerinitiativen und Parteien wandten sich an VBB und das Verkehrsministerium in Potsdam.

 
Hans Leister vom VBB begründete diese Änderung mit der Vorgabe, dass vom Berliner Hauptbahnhof genau alle 30 Minuten ein Regionalzug zum Flughafen Schönefeld abfahren soll. Ein veränderter Takt des RE 7 von Dessau zwang die RB 14 dauerhaft zu späteren Verkehrszeiten. „Damit sind auch die Anschlüsse von der RB 14 zur RE 4 in Berlin-Spandau nicht mehr zu erreichen“, merkten der CDU-Kandidat für den Bundestag im Wahlkreis58, Uwe Feiler, und CDU-Vorsitzender Ralf Kothe kritisch an.

 
Nach Leisters Ankündigungen sehen die bis August laufenden Fahrplangespräche von Verkehrsverbund, Landesverkehrsministerium und der Bahn vor, die jüngste Taktänderung des RE 7 zurück zu nehmen. Damit besteht die Möglichkeit, die RB 14 erneut in einen annähernden 30/30-Minuten-Takt zur RB 10 einzuplanen. Auch die Anschlüsse in Spandau wären wieder erreichbar, wenn die Fahrplangespräche den derzeitigen Planungsstand bestätigen.

 
Gute Nachrichten für Falkensee hatte Hans Leister mitgebracht: Nach Vorgaben von DB Netz darf wegen der Enge des Bahnhofs Berlin-Spandau dort keine Linie enden. Dies blockiere zu lange die Gleise und Bahnsteige. Die RE-Linie 6, die vom Land Berlin nicht mitfinanziert wird und die deshalb in Spandau endet, muss spätestens 2015 bis nach Gesundbrunnen geführt werden. Dies hatten Pendler des Osthavellandes seit längerem gefordert. Doch der VBB-Vertreter verkündete auch weniger gute Nachrichten: Große Beeinträchtigung sind unausweichlich wegen der angekündigten grundlegenden Baumaßnahmen am Berliner Hauptbahnhof. Im Jahr 2015 müssen die Gleise der Stadtbahn hier für mehrere Monate gesperrt werden. Züge aus den westlichen Richtungen enden deshalb spätestens in Zoo. Wo möglich, werden Fernverkehrszüge auf die unteren Bahnsteige umgeleitet, sagte Hans Leister. Dies binde wahrscheinlich sehr viele Kapazitäten. Nahverkehrszüge könnten deshalb nicht im gewohnten Umfang nach Berlin-Hauptbahnhof (tief) fahren. Weil wegen der erforderlichen Streckensperrung zeitgleich am Bahnhof Zoologischer Garten gearbeitet werden soll, könnte der Endhalt vieler Regionalzüge während der Bauarbeiten bereits Charlottenburg sein, teilte der VBB-Planer mit.

 
Feiler und Kothe mahnten eine umfassende Information der Pendler an und forderten für die Zeit der Baumaßnahmen einen Ausgleich durch andere bedarfsgerechte Angebote. In der Kritik stand, dass Schaffner in den Zügen Fahrkarten nur noch gegen eine Nachlösegebühr ausstellten. Leister sagte, dass die Tarifbedingungen im VBB wie andernorts auch vorsehen, dass nur mit gültiger Fahrkarte der Zutritt zu den Zügen erlaubt sei. Jeder Fahrgast müsse vor der Fahrt einen Fahrschein erwerben. Das Nachlösen im Zug solle eine Ausnahme bleiben. Die Schaffner sind durch Vorgabe aller 40 im VBB verbundenen Unternehmen angehalten, freundlich aber nachdrücklich die Gebühr zu erheben.

 
Der Brieselanger Bürgermeister Wilhelm Garn machte auf die Lärmproblematik der Bahnstrecke aufmerksam. Zudem bemängelte er die Erreichbarkeit der Landeshauptstadt Potsdam sowie des Flughafens Schönefeld insbesondere bei Abflügen am frühen Morgen. Der VBB-Bereichsleiter nahm die Wünsche, zu denen auch die Wiederaufnahme von Nauen in den Tarifbereich ABC sowie die bessere sensitive Fahrgast-Information für Bahn und Busse bei möglichen Verspätungen gehörte, mit. Er halte, sagte Hans Leister, den Dialog mit Amtsträgern und Behörden auch in dieser Form als Rückkopplung zu seiner Arbeit für wichtig.

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