ENTWICKLUNG: Die glorreichen Sieben

Kommunen und Landkreis Kreis gründen Arbeitsgemeinschaft „Wirtschaftsregion Osthavelland“

 

WUSTERMARK - Als der Brieselanger Bürgermeister Wilhelm Garn gestern auf der Regionalkonferenz in Wustermark von den glorreichen Sieben sprach, meinte er nicht den legendären Western von 1960. Vielmehr hatte er jene Kommunen im Sinn, die das Osthavelland wirtschaftlich voranbringen wollen. Falkensee, Nauen, Wustermark, Schönwalde-Glien, Dallgow-Döberitz und Brieselang powern gemeinsam für die Region. Und der Landkreis sitzt steuernd mit im Boot – daher müsste es eigentlich glorreiche Acht heißen.

Die Potsdamer Firma Complan hat in den vergangenen zwei Jahren die besonderen wirtschaftlichen Potenziale des Osthavellandes unter die Lupe genommen. Der Tenor: starke Infrastruktur, gute Branchen, dynamische Bevölkerungsentwicklung – und gemeinsame Ziele. Die wurden gestern klar formuliert: „Wir wollen den Zuschlag als regionaler Wachstumskern bekommen“, sagte Landrat Burkhard Schröder. Dieser Zuschlag war dem Osthavelland bei der ersten Ausweisung von 15 Wachstumskernen vom Land verweigert worden. Nun wird dort gerade überprüft, wer den Status behalten darf oder neu ernannt wird. „Es ist vor allem eine formelle Hürde im Land zu überwinden“, brachte Falkensees Bürgermeister Heiko Müller das Problem auf den Punkt. Eine einzelne Kommune im Osthavelland hat wohl keine Chance, Wachstumskern zu werden, aber die Region ist ökonomisch stark. Besonders das Quartett Falkensee, Nauen, Wustermark und Brieselang. Das Land müsse solche Mehrlinge anerkennen, forderte Müller. Das war auch das Signal, das die Bürgermeister dem neuen Wirtschaftsminister Ralf Christoffers gaben, der gestern an der Regionalkonferenz teilnahm. Christoffers hörte die Forderung, machte aber keine Zusage. Schließlich steckt das Land mitten in der Neubewertung. Der Status als regionaler Wachstumskern ist begehrt, weil Fördermittel daran hängen: für Firmen, die sich ansiedeln wollen, aber auch für den Städtebau. Die Bürgermeister von Dallgow-Döberitz, Schönwalde-Glien, und Ketzin zeigten sich nicht böse darüber, dass nur das genannte Quartett Chancen auf den Titel hat. „Wir profitieren auch davon“, sagte Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme. Die Menschen würden in den Nachbarort zur Arbeit fahren. Man begreife sich doch schon lange als Region.

In diesem Sinne werden die sieben Gemeinden und der Landkreis eine Arbeitsgemeinschaft „Wirtschaftsregion Havelland gründen. Noch vor dem Sommer sollen Fachkreise arbeiten. Sie werden sich zum Beispiel mit dem Fachkräftebedarf befassen. Das Osthavelland habe mit seiner Bevölkerungsdynamik einen unschätzbaren Vorteil, so Hathumar Drost von Complan. Es gebe genug Nachwuchs, den man langfristig für die Wirtschaft ausbilden könne. Das freut die Firmen und hält die Jugend hier. (Von Anke Fiebranz)

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