RHINOW - Der Amtsausschuss Rhinow hat den Widerspruch von Gerd Jendretzky gegen seine Abwahl als Amtsdirektor zurückgewiesen. Die Entscheidung war mehrheitlich. Acht Mitglieder des Amtsausschusses stimmten gegen den Widerspruch, zwei dafür. Abgeschlossen ist die Angelegenheit damit aber noch lange nicht: Nun werde er mit seinem Anwalt gerichtlich gegen die Abwahl vorgehen, sagte der geschasste Amtsdirektor auf Nachfrage der MAZ.

Der Amtsausschuss hatte Gerd Jendretzky am 30. Oktober 2009 abgewählt. Gegen diese Entscheidung legte er Widerspruch ein. Die Abwahl habe schon allein formellen Anforderungen nicht entsprochen, begründete Jendretzky seinen Widerspruch beim Amtsausschuss. Zudem hält er seine Abwahl für unbegründet.

Der Amtsausschuss beauftragte einen Rechtsanwalt mit der Erarbeitung eines Widerspruchsbescheids. Dieses Papier ging in der Rhinower Verwaltung am vergangenen Donnerstagvormittag per Fax ein. Am Abend tagte der Amtsausschuss und entschied auf Antrag des Kreisbeauftragten Jens Aasmann, den Widerspruchsbescheid auf die Tagesordnung zu nehmen. Erst knapp vor der Sitzung war der Bescheid als Tischvorlage ausgeteilt worden. Aus zeitlichen Gründen sei es anders nicht mehr möglich gewesen, erklärte Aasmann. Sein Vorschlag war deshalb, die Sitzung vor der Behandlung des Tagesordnungspunktes zu unterbrechen, damit alle Zeit hatten, den Widerspruch gründlich zu lesen. Darauf verzichtete der Amtsausschuss aber und ging nach kurzen Erläuterungen gleich zur Abstimmung über.

Mit seinem Widerspruch hat Jendretzky im Wesentlichen drei Dinge beanstandet: Nach seiner Auffassung hätte über die Abwahl in geheimer, und nicht wie praktiziert, in offener Abstimmung entschieden werden müssen. Zudem waren nach seiner Sicht zwei Mitglieder des Amtsausschusses „befangen“ und hätten nicht abstimmen dürfen.

Auch ist es nach seiner Auffassung nicht rechtens, dass notwendige Beschlüsse erst am Abend als Tischvorlagen ausgegeben wurden.

Zur Aufklärung von Vorgängen, die letztlich im vergangenen Jahr zur politischen Krise im Amt Rhinow geführt haben, laufen derzeitig auch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen und ein Vorermittlungsverfahren zu einem Disziplinarverfahren gegen Jendretzky. Für alle Vorgänge wurden Unterlagen eingezogen. Diese Unterlagen könne man zur Zeit nicht einsehen, so Jendretzkys Anwalt. Aber erst nach Prüfung aller Unterlagen könne man auch detailliert Stellung nehmen, so der Anwalt. (Von Norbert Stein)

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